Auf diesem Board liegen die ersten sechs Drehtage von SALT FLATS, einem unabhängigen Roadmovie mit 12 Drehtagen in und um Bakersfield. Jede Zeile ist ein Streifen. Mit der Farbe aus der Spalte Farbe füllst du die Zeile in Excel oder Sheets, dann sieht die Datei beim Öffnen aus wie eine echte Drehplantafel. Die Tage 7 bis 12 kannst du selbst legen, oder du löschst die Streifen und fängst mit deinem eigenen Film an.
Wie man ein Board liest, das man in die Hand gedrückt bekommt, steht in Stripboard lesen. Warum Produktionen welche Farben nehmen und wo sie sich uneinig sind, erklärt Stripboard-Farben erklärt. Hier geht es darum, ein Board zu bauen.
Im deutschsprachigen Raum sagen die meisten Teams einfach Stripboard. Ältere Kollegen sprechen noch von der Drehplantafel oder dem Streifenplan, gemeint ist dasselbe.
Was auf einem Streifen steht
Von links nach rechts: Farbe, Szenennummer, INT oder EXT, Set, T oder N, Seitenlänge in Achteln, Rollennummern, Spieltag und ein kurzer Inhalt. Mehr braucht die 1. Regieassistenz nicht, um eine Szene zu verschieben, ohne das Drehbuch aufzuschlagen. Manche Boards führen zusätzlich die Zahl der Komparsen und eine Spalte je Element (Stunts, Fahrzeuge, Tiere). Wenn dein Film viel davon hat, ergänze diese Spalten. SALT FLATS hat wenig davon, deshalb bleiben sie auf den Auszugsbögen.
Die Rollennummern verweisen auf die Leiste oben am Board. Auf einer echten Tafel ist das eine breite Karte mit senkrecht geschriebenen Rollennamen, und jeder Streifen hat in der Spalte jeder beteiligten Person eine Markierung. In einer Tabelle lässt sich eine Zahlenliste leichter sortieren und lesen.
Drei Arten von Streifen tragen keine Szene:
| Streifen | Wo er hingehört | Beispiel aus SALT FLATS |
|---|---|---|
| Tagestrenner (schwarz) | Nach der letzten Szene jedes Drehtags | ENDE TAG 4, DO 8.10.26, 6 7/8 |
| Hinweisstreifen | Überall dort, wo eine Notiz in der Reihenfolge stehen muss | MITTAGSPAUSE, UMZUG ZUM TUMBLEWEED DINER |
| Hinweis für freien Tag | Zwischen zwei Drehtagen | SONNTAG 11.10., DREHFREI |
Mehr zu den Konventionen findest du im Glossar unter Streifen und Hinweisstreifen.
So baust du das Board
- Übernimm die Rollenleiste aus dem Drehbuchauszug. Nummerier die Rollen in derselben Reihenfolge wie dort, meist nach Größe der Rolle, und nummerier nie neu, sobald das Board verteilt ist.
- Leg pro Szene einen Streifen an und füll jede Spalte aus. Seiten stehen in Achteln, alles, was kein ganzes Achtel ist, wird aufgerundet.
- Färb jeden Streifen nach der Legende ein. Prüf INT und EXT gegen die Szenenüberschrift und T/N gegen die Wirkung der Szene. Eine Nachtszene innen hinter abgehängten Fenstern bleibt blau.
- Sortier die Streifen nach Motiv. Bei SALT FLATS ergibt das Blöcke für Ruiz House, Schrottplatz, Diner, Motel, Tankstelle, Fahrszenen, Umspannwerk, Obstplantagenstraße und die Salzebene.
- Sortier innerhalb jedes Motivblocks nach Darstellern, damit Szenen mit denselben Leuten nebeneinander liegen.
- Arbeite die festen Vorgaben ein: Verfügbarkeit der Darsteller, Motivtermine aus den Verträgen, Drehgenehmigungen und alles, was in einer bestimmten Reihenfolge gedreht werden muss.
- Leg Nachtblöcke dorthin, wo die Ruhezeiten es erlauben. Auf diesem Board landen die Außennächte am Motel auf Samstag (Tag 6) mit Beginn um 16:00 Uhr, danach kommt der freie Tag, und die Nacht an der Plantage ist der allerletzte Drehtag, damit sie niemandem die Ruhezeit vor einem weiteren Drehtag kürzt.
- Setz am Ende jedes Tages einen schwarzen Tagestrenner und addiere die Seiten darüber.
- Ergänze Hinweisstreifen für Umzüge, freie Tage und wichtige erste und letzte Tage, etwa HOLLIS FÄNGT AN an Tag 2.
- Trag vor dem Verteilen Farbe und Datum der Fassung in die Kopfdaten ein.
Warum die erste Woche so liegt
Das Ruiz House bekommt zwei Tage. Tag 1 besteht nur aus Innenszenen, das gibt dem Team einen kontrollierten ersten Drehtag in einem Haus, und an Tag 2 folgen die Außenszenen an derselben Adresse. Hollis taucht erst an Tag 2 auf und steht damit an Tag 1 nicht auf der Gagenliste.
Tag 5 sind die Innenszenen im Motel, Tag 6 die Außenszenen dort bei Nacht. Wenn innen zuerst gedreht wird, hat die Ausstattung einen Tag drinnen, um Zimmer 14 fertig zu machen, während das Licht den Parkplatz für die nächste Nacht einrichtet. Freitag ist gegen 19 Uhr Drehschluss, und der Beginn um 16:00 Uhr am Samstag lässt reichlich Ruhezeit. Der Ruhezeitrechner prüft so eine Abfolge für dich.
Tag 4 bricht die Regel mit den Motiven. Die Diner-Szenen sind kurz, und das Diner ist nur an einem Donnerstagnachmittag verfügbar. Deshalb hängen sie am Ende der Arbeit auf dem Schrottplatz, und mitten im Tag liegt ein Hinweisstreifen für den Umzug. Die grundsätzliche Abwägung zwischen Gruppieren nach Motiv und nach Geschichte behandelt der Artikel Blockdreh oder Cross-Boarding.
Fehler, die sich später zeigen
Addiere alle Streifen und vergleich die Summe mit der Seitenzahl des Drehbuchs, bevor du irgendetwas druckst. SALT FLATS muss auf 70 Seiten in 12 Tagen kommen. Ein Board mit 68 7/8 Seiten hat irgendwo eine Szene verloren.
In einer Tabelle passiert am häufigsten, dass ein Streifen in den nächsten Tag geschoben wird und danach zwei Tagestrenner falsche Summen tragen. Rechne nach jeder Verschiebung beide Tage neu. Genauso leicht schreibt man "Blau" in die Farbspalte und färbt die Zeile nie ein. Dann sieht eine Nachtszene für jeden, der das Board überfliegt, wie ein Innendreh bei Tag aus.
Nummerier die Rollen nicht neu, wenn das Board schon verteilt ist. DOOD, Dispos und Auszüge nutzen alle dieselben Nummern. Eine neue Rolle kommt ans Ende der Liste, auch wenn sie größer ist als eine, die schon eine Nummer hat.
Wohin das Board danach geht
Wenn die Reihenfolge steht, druckst du den One-Line für den schnellen Überblick und den Drehplan mit Elementen für die Abteilungen. Das Day out of Days folgt aus derselben Streifenreihenfolge, jede Verschiebung auf dem Board ändert also die Drehtage von irgendwem.
Streifen aus dem Drehbuch in Storiara
Storiara baut die Streifen aus einem hochgeladenen Drehbuch, mit INT/EXT, Tageszeit und Seitenlänge in Achteln. Nachdem du die Szenen freigegeben hast, ziehst du sie in der Stripboard-Ansicht in Drehtage und kannst ungeplante Szenen vorher nach Motiv sortieren. Das DOOD füllt sich aus diesem Drehplan.
