Dieses DOOD deckt den gesamten Drehplan von SALT FLATS ab: acht Sprechrollen, 12 Drehtage und die zwei Vorbereitungstage vor Tag 1, an denen June anreist und die Hauptrollen proben. Es beruht auf den Vorlagen für Stripboard und One-Line desselben Films. Wenn du auf dem Board eine Szene verschiebst, siehst du hier, welche Zellen sich ändern.
Im deutschsprachigen Raum sagen die meisten Dispo-Leute schlicht Day out of Days oder DOOD, weil die Planungsprogramme so heißen. Manche Produktionen nennen es Drehtageübersicht der Besetzung. Die Codes bleiben in beiden Fällen die englischen Kürzel.
Warum das DOOD für Gagenabrechnung und Vertragsverhandlungen so wichtig ist, erklärt der Leitfaden zum Day out of Days. Diese Seite geht die Codes so durch, wie sie in einem echten Raster stehen, und zeigt, wie du eines ohne Fehler ausfüllst.
Die Codes am Beispiel dieses Rasters
Dells Zeile ist die einfachste. Er probt am Samstag, 3.10. (R), fängt an Tag 1 an (SW), dreht jeden Tag (W) und ist an Tag 12 fertig (WF). Das ergibt 1 Probentag und 12 Drehtage, zusammen 13 bezahlte Tage.
In Junes Zeile kommen ein Reisetag und ein Haltetag dazu. Tessa Quill fliegt am Freitag, 2.10. ein (T), probt am Samstag (R) und fängt an Tag 1 an. In keiner Szene von Tag 3 ist sie dabei, sie dreht aber an Tag 2 und Tag 4, also steht an Tag 3 ein H. Haltetage gibt es nur zwischen dem ersten und dem letzten Drehtag einer Person. Ihre bezahlten Tage sind 1 + 1 + 11 + 1 = 14.
Bev und Nadia drehen jeweils einen Tag und bekommen deshalb SWF.
An Hollis sieht man die Drop-Codes. Er fängt an Tag 2 an, dreht an den Tagen 3 und 4 und hat danach bis zur Salzebene an den Tagen 10 und 11 keine Szenen. Statt fünf Haltetagen zeigt seine Zeile D an den Tagen 5 bis 9, PW an Tag 10 und WF an Tag 11. Bevor du ein D setzt, prüf den Vertrag der Person und die Verbandsvereinbarung (in den USA etwa die von SAG-AFTRA). Beide legen einen Mindestabstand zwischen Drop und Pickup fest. Ist die Lücke bei dir kürzer, werden aus den fünf D wieder H, und seine bezahlten Tage steigen von 5 auf 10. Auch Planungssoftware fragt diese Zahl ab. In den DOOD-Regeln von Movie Magic Scheduling stellst du die Mindestzahl an Kalendertagen zwischen Drop und Pickup ein.
Pace ist die Zeile, die Sorgen macht: 4 Drehtage und 5 Haltetage, also 9 bezahlte Tage für 4 Tage Arbeit. Seine Szenen spielen im Diner (Tag 4), nachts am Motel (Tag 6), am Umspannwerk (Tag 9) und an der Plantagenstraße (Tag 12), und diese Motive lassen sich kaum verschieben. Nach genau dieser Zeile wird die Produktionsleitung fragen. Deshalb lohnt der Blick ins DOOD, solange der Drehplan noch offen ist.
Drehfreie Tage der Produktion stehen nicht im Raster. Sonntag, 11.10. ist für niemanden ein Haltetag.
So füllst du die Vorlage aus
- Schreib zuerst das Stripboard fest oder friere wenigstens eine Fassung ein. Jede Zelle hier stammt daraus.
- Führ die Darsteller in der Reihenfolge ihrer Rollennummern auf, mit denselben Nummern wie in Auszug, Board und Dispos.
- Leg für jeden Drehtag eine Spalte mit Tagesnummer und Datum an. Vor Tag 1 kommen Spalten für Anreise, Kostümproben oder Proben, die du bezahlen willst.
- Geh für jede Person das Board Tag für Tag durch und setz an jedem Tag mit einer Szene ein W.
- Mach aus dem ersten W ein SW und aus dem letzten ein WF. Gibt es nur eines, wird es SWF.
- Füll jede leere Zelle zwischen SW und WF mit H.
- Schau dir lange Reihen von H an. Ist eine Reihe so lang, dass der Vertrag einen Drop erlaubt, änderst du sie in D und markierst den nächsten Drehtag mit PW. Sonst bleiben es Haltetage.
- Trag T- und R-Tage aus Reiseplanung und Probenplan ein.
- Zähl für jede Person die Zellen mit T, R, W, H und D und trag die Summen ein. Bezahlte Tage sind T + R + W + H.
- Ergänze unten die Tageszahlen und vergleich sie mit den Dispos: An Tag 4 müssen 5 Personen drehen, genau die fünf Darsteller auf der Dispo dieses Tages.
- Schreib die Fassung des Drehplans in die Kopfdaten, damit niemand dieses DOOD mit einem älteren Board kombiniert.
Das untere Raster
Stuntdoubles, Stuntkoordination und Komparsen brauchen bei den meisten Independent-Filmen keine vollständige Statusverfolgung. Für Kalkulation und Buchung müssen sie aber pro Tag gezählt werden, und das erledigt der zweite Abschnitt. Doubles und Koordination proben an Tag 10 in der Mittagspause und drehen Szene 39 an Tag 11. Bei den Komparsen reicht die Kopfzahl pro Tag: 6 im Diner an Tag 4, 4 auf der Union Ave an Tag 6.
Fehler, die Geld kosten
Haltetage werden nicht eingetragen, weil jemand "gerade nicht gebraucht wird". Liegt eine Person zwischen erstem und letztem Drehtag und wurde nicht vertragsgemäß gedroppt, ist sie auf Hold, egal ob ihr jemand gesagt hat, dass sie sich bereithalten soll. Jedes fehlende H lässt die Kalkulation zu niedrig aussehen.
Drops werden gesetzt, ohne den Vertrag zu prüfen. Ein D, das die Vereinbarung nicht hergibt, wird nachträglich wieder zu bezahlten Tagen, meistens dann, wenn die Abrechnung der Woche schon abgeschlossen ist.
Die Statuscodes auf den Dispos stimmen nicht. Die 2. Regieassistenz überträgt den Status jeder Person aus diesem Raster auf die Tagesdisposition. Hängt das DOOD eine Fassung hinterher, steht Pace an seinem ersten Tag womöglich mit W statt SW drauf.
Freie Tage werden als Haltetage gezählt. Das bläht die Summen auf und lässt einen Drehplan schlechter aussehen, als er ist.
Nach einer Änderung am Board wird das DOOD nicht neu verteilt. Würde Szene 26 von Tag 6 auf Tag 9 wandern, wäre Tag 6 für Pace ein Haltetag, und er bekäme dieselben 9 Tage für 3 Tage Arbeit bezahlt. Gib das DOOD deshalb jedes Mal mit der neuen Farbe des Drehplans heraus.
Wer mit den Summen arbeitet
Die bezahlten Tage aus dem DOOD fließen in die Darstellerpositionen der Kalkulation und gehen an die Filmgeschäftsführung. Casting und Agenturen sehen den ersten und letzten Drehtag jeder Person. Im Glossar findest du mehr unter Haltetag und Drop und Pickup. Wenn du das Raster nicht von Hand bauen willst, erzeugt der kostenlose DOOD-Generator es aus einer Szenenliste.
Die DOOD-Ansicht in Storiara
Die Day-out-of-Days-Ansicht von Storiara liegt auf der Seite Schedule. Sie füllt sich aus dem Drehplan und zeigt für jede Person aus der Besetzung Start Work, Work und Work Finish. Wenn du eine Szene auf einen anderen Tag schiebst, aktualisiert sich das Raster. Wo du die Ansicht findest, zeigt die DOOD-Dokumentation.
